Förderung für Solaranlagen 2026: Was es noch gibt
Steuervorteile, Einspeisevergütung, KfW-Kredit und Zuschüsse von Ländern und Gemeinden: welche Förderung für Solaranlage, Speicher und Wärmepumpe 2026 gilt.
Katrin AlbersStand 29. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Einen Zuschuss vom Bund für eine private Solaranlage gibt es nicht mehr. Gefördert wird trotzdem, nur auf anderen Wegen: über Steuern, die wegfallen, einen günstigen Kredit, die Einspeisevergütung und Programme von Ländern und Gemeinden. Kommt eine Wärmepumpe dazu, gibt es dafür einen hohen Zuschuss. Hier steht, was 2026 gilt und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen.
Steuervorteile: die größte Förderung
Seit 2023 fällt auf Solaranlagen bis 30 kWp auf Wohnhäusern keine Mehrwertsteuer an, auch nicht auf den Speicher und die Montage. Bei einer Anlage für 15.000 Euro sind das rund 2.850 Euro, die Sie nicht zahlen. Die Einnahmen aus der Einspeisung sind außerdem von der Einkommensteuer befreit. Beides gilt automatisch, ohne Antrag. Einzelheiten im Beitrag Photovoltaik und Steuern.
Einspeisevergütung
Für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, zahlt der Netzbetreiber 20 Jahre lang einen festen Satz für jede eingespeiste Kilowattstunde, bei Anlagen bis 10 kWp derzeit 7,70 Cent. Nach dem Entwurf zum EEG 2027 soll diese feste Vergütung für neue kleine Anlagen wegfallen. Mehr dazu im Beitrag Einspeisevergütung 2026 und was sich 2027 ändert.
KfW-Kredit 270
Mit dem Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ finanziert die KfW Solaranlagen und Speicher bis zu 100 Prozent. Der Zinssatz hängt von Ihrer Bonität und der Laufzeit ab und wird am Tag der Zusage festgelegt. Ein paar Punkte, die Sie kennen sollten:
- Den Kredit beantragen Sie über Ihre Hausbank, nicht direkt bei der KfW. Nicht jede Bank bietet ihn Privatleuten an.
- Der Antrag muss gestellt sein, bevor Sie den Auftrag erteilen.
- Ein Teil des Stroms muss ins Netz eingespeist werden. Balkonkraftwerke werden nicht gefördert.
Vergleichen Sie den Zins mit einem normalen Ratenkredit oder einer Erweiterung Ihrer Baufinanzierung. Der KfW-Kredit ist nicht immer der günstigste.
Förderung von Land, Stadt und Stadtwerken
Einige Bundesländer, viele Städte und manche Stadtwerke fördern zusätzlich. Meist geht es um Stromspeicher, Balkonkraftwerke, Wallboxen oder Solaranlagen auf Mietshäusern. Die Programme sind oft klein, schnell ausgeschöpft und ändern sich häufig.
- Suchen Sie in der Förderdatenbank des Bundes nach Ihrem Bundesland und dem Stichwort Photovoltaik.
- Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde und Ihrem Stadtwerk nach, ob es ein eigenes Programm gibt.
- Prüfen Sie, ob sich Programme kombinieren lassen. Manche schließen einen KfW-Kredit aus.
Erst beantragen, dann beauftragen
Zuschuss für die Wärmepumpe
Wer zusammen mit der Solaranlage eine alte Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, bekommt dafür einen Zuschuss aus der Heizungsförderung der KfW (Programm 458). Er setzt sich aus einer Grundförderung und Boni zusammen, zum Beispiel für den frühen Austausch einer alten Heizung und für Haushalte mit geringerem Einkommen. Zusammen sind bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.
Die einzelnen Bausteine wurden im Juli 2026 verändert, für 2027 sind weitere Kürzungen angekündigt. Prüfen Sie die aktuellen Sätze vor dem Antrag direkt bei der KfW. Wie gut Wärmepumpe und Solaranlage zusammenpassen, steht im Beitrag Wärmepumpe und Solaranlage.
Was oft gefragt wird
- Gibt es 2026 einen Zuschuss für eine Solaranlage?
- Vom Bund nicht. Gefördert wird über die Steuerbefreiung, die Einspeisevergütung und den KfW-Kredit 270. Zuschüsse gibt es nur in einzelnen Ländern, Städten oder bei Stadtwerken.
- Wird ein Stromspeicher gefördert?
- Über den Nullsteuersatz und den KfW-Kredit ja. Direkte Zuschüsse für Speicher gibt es nur in einzelnen Regionen, fragen Sie bei Gemeinde und Stadtwerk nach.
- Kann ich die Förderung nach dem Kauf noch beantragen?
- Den KfW-Kredit und die meisten regionalen Zuschüsse nicht. Sie müssen vor der Auftragsvergabe beantragt werden. Steuervorteile und Einspeisevergütung gelten dagegen ohne Antrag.
