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Was kostet eine Solaranlage 2026?

Preise pro kWp, mit und ohne Speicher, was im Angebot stehen muss, welche Steuern wegfallen und welche laufenden Kosten Sie einplanen sollten.

Michael BrandtStand 26. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Einfamilienhaus mit Satteldach, auf der Dachfläche eine Reihe schwarzer Solarmodule, davor ein Garten im Abendlicht

Eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus kostet 2026 meist zwischen 10.000 und 20.000 Euro, mit Speicher eher am oberen Ende. Wie viel genau, hängt weniger vom Hersteller ab als von drei Dingen: der Größe der Anlage, ob ein Speicher dazukommt und wie aufwendig das Dach ist. Hier sehen Sie, woraus sich der Preis zusammensetzt und was nach dem Kauf noch anfällt.

Was eine Anlage kostet

Der Preis wird pro Kilowatt-Peak (kWp) angegeben, also pro Kilowatt Spitzenleistung. Ein Einfamilienhaus hat meist Platz für 8 bis 12 kWp. Je größer die Anlage, desto günstiger wird jedes einzelne Kilowatt, weil Gerüst, Planung und Anmeldung ungefähr gleich viel kosten.

Grobe Preise für ein Einfamilienhaus
6 kWp ohne Speicher
10.000–12.000 €
9 kWp ohne Speicher
12.500–16.000 €
9 kWp mit 8 kWh Speicher
17.000–22.000 €
12 kWp mit 10 kWh Speicher
21.000–27.000 €

Im Preis stecken Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Kabel, Gerüst, Montage, der Anschluss im Zählerschrank und die Anmeldung beim Netzbetreiber. Fragen Sie bei Angeboten nach, ob all das enthalten ist. Fehlt das Gerüst oder der Umbau des Zählerschranks, wird es später teurer.

Was den Preis nach oben treibt

  • Dachform: Viele Gauben, Kamine oder mehrere Dachflächen bedeuten mehr Montageaufwand.
  • Dacheindeckung: Schiefer, Biberschwanz oder ein Blechdach brauchen andere Halterungen als normale Ziegel.
  • Zählerschrank: Ältere Schränke entsprechen oft nicht mehr der Norm und müssen erneuert werden, das kostet schnell 1.500 bis 3.000 Euro.
  • Leitungswege: Liegt der Zählerschrank weit vom Dach entfernt, wird mehr Kabel verlegt.

Dach vorher prüfen lassen

Eine Solaranlage hält 25 bis 30 Jahre. Muss das Dach in den nächsten Jahren ohnehin neu gedeckt werden, lohnt es sich, das vor der Montage zu erledigen. Module ab- und wieder aufzubauen kostet sonst noch einmal.

Mehrwertsteuer und Einkommensteuer

Seit 2023 gilt für Solaranlagen auf und an Wohnhäusern ein Mehrwertsteuersatz von 0 Prozent, wenn die Anlage nicht größer als 30 kWp ist. Das gilt auch für den Speicher und die Montage. Der Betrieb gibt den Preis also direkt ohne Mehrwertsteuer an.

Auch die Einnahmen aus der Einspeisung sind bei Anlagen dieser Größe auf Einfamilienhäusern in der Regel von der Einkommensteuer befreit. Sie müssen dafür kein Gewerbe anmelden und nichts in der Steuererklärung angeben.

Laufende Kosten

Eine Solaranlage braucht wenig Pflege, ganz kostenlos ist sie aber nicht. Rechnen Sie mit diesen Posten:

  • Versicherung: Oft reicht eine Erweiterung der Wohngebäudeversicherung, sonst kostet eine eigene Police etwa 60 bis 150 Euro im Jahr.
  • Wartung: Eine Prüfung alle paar Jahre kostet ungefähr 150 bis 300 Euro.
  • Wechselrichter: Er hält meist 10 bis 15 Jahre und muss dann einmal ersetzt werden, etwa für 1.500 bis 2.500 Euro.
  • Zähler: Mit Solaranlage brauchen Sie einen Zweirichtungszähler. Die Gebühr dafür ist gesetzlich gedeckelt.

Was die Einspeisung bringt

Für Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, zahlt der Netzbetreiber eine Einspeisevergütung. Sie ist ab Inbetriebnahme für 20 Jahre festgeschrieben, liegt für neue kleine Anlagen aber nur noch bei 7,70 Cent je Kilowattstunde. Strom aus dem Netz kostet dagegen rund 38 Cent. Dieser feste Satz gilt nur noch für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, danach soll er für neue kleine Anlagen wegfallen. Mehr dazu im Beitrag Einspeisevergütung 2026 und was sich 2027 ändert.

Deshalb rechnet sich eine Anlage heute vor allem über den Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, spart den vollen Strompreis. Mehr dazu steht im Beitrag Lohnt sich ein Stromspeicher?

Neu seit 2025

Neue Anlagen bekommen keine Vergütung für Stunden, in denen der Strompreis an der Börse negativ ist. Solange kein intelligenter Zähler eingebaut ist, dürfen sie außerdem höchstens 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen. Für Haushalte, die viel selbst verbrauchen, ändert das wenig.

Förderung

Einen direkten Zuschuss vom Bund gibt es für private Solaranlagen nicht mehr, die Steuerbefreiung ersetzt ihn. Die KfW bietet mit dem Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ (270) einen Kredit an. Manche Länder, Städte und Stadtwerke fördern zusätzlich, meist den Speicher oder eine Wallbox. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach, bevor Sie den Auftrag unterschreiben, denn die meisten Programme verlangen den Antrag vor dem Kauf.

Was oft gefragt wird

Wie lange dauert es, bis sich eine Anlage bezahlt macht?
Bei einem Einfamilienhaus mit gutem Dach meist 9 bis 14 Jahre. Je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen, desto schneller geht es. Der Rechner zeigt eine Schätzung für Ihr Haus.
Ist ein Angebot ohne Mehrwertsteuer seriös?
Ja. Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohnhäusern ist das seit 2023 der gesetzliche Normalfall.
Sollte ich mehrere Angebote einholen?
Ja, zwei bis drei. Vergleichen Sie den Preis pro kWp und prüfen Sie, ob Gerüst, Zählerschrank und Anmeldung enthalten sind.

Quellen

  1. § 12 Abs. 3 UStG – Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen
  2. § 3 Nr. 72 EStG – Steuerbefreiung kleiner Photovoltaikanlagen
  3. Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze
  4. KfW: Erneuerbare Energien – Standard (270)