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Lohnt sich ein Stromspeicher?

Wie ein Speicher den Eigenverbrauch erhöht, welche Größe passt, wann er sich bezahlt macht und worauf Sie beim Nachrüsten achten sollten.

Michael BrandtStand 26. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Weißer Stromspeicher und Wechselrichter an der Wand eines aufgeräumten Hauswirtschaftsraums

Ohne Speicher fließt ein großer Teil des Solarstroms mittags ins Netz, und abends kaufen Sie Strom teuer zurück. Ein Speicher hebt den Mittagsüberschuss für den Abend auf. Ob sich das rechnet, hängt vor allem davon ab, wie viel Strom Sie abends und nachts brauchen und wie viel der Speicher kostet.

Wie ein Speicher spart

Ein Haushalt ohne Speicher nutzt typischerweise 25 bis 35 Prozent seines Solarstroms selbst, der Rest geht ins Netz. Mit Speicher steigt dieser Anteil auf 60 bis 70 Prozent. Jede Kilowattstunde, die Sie dadurch nicht einspeisen, sondern selbst nutzen, ist rund 30 Cent mehr wert: 38 Cent für Netzstrom, den Sie nicht kaufen müssen, abzüglich der knapp 8 Cent Einspeisevergütung, die Ihnen entgehen.

Beispiel: Familie mit 4.000 kWh Verbrauch, 9 kWp, 6 kWh Speicher
zusätzlich selbst genutzt
ca. 1.200 kWh/Jahr
Wert je kWh (38 ct − 8 ct)
ca. 30 ct
Mehrersparnis durch den Speicher
ca. 360 €/Jahr
Preis des Speichers
ca. 3.600–5.000 €
bezahlt nach etwa
10–14 Jahren

Die richtige Größe

Ein zu großer Speicher wird im Winter nie voll und im Sommer abends nicht leer. Bei 4.000 kWh Jahresverbrauch reichen meist 5 bis 7 kWh Kapazität. Kommt ein E-Auto dazu, das abends lädt, oder eine Wärmepumpe, darf es mehr sein. Wichtiger als die Maximalgröße ist, wie viel der Speicher an einem normalen Abend wirklich abgibt.

Auf die nutzbare Kapazität achten

Hersteller nennen manchmal die Brutto-Kapazität. Vergleichen Sie Angebote immer mit der nutzbaren Kapazität, die steht im Datenblatt.

Speicher nachrüsten

Wer schon eine Solaranlage hat, kann einen Speicher meist nachrüsten. Bei älteren Anlagen ist oft ein zweiter Wechselrichter nötig, das macht es etwas teurer. Läuft für eine alte Anlage die 20-jährige Einspeisevergütung aus, wird der Speicher besonders interessant, weil der eingespeiste Strom dann kaum noch etwas bringt.

Wie lange ein Speicher hält

Moderne Lithium-Eisenphosphat-Speicher schaffen mehrere tausend volle Ladezyklen. Hersteller geben meist 10 Jahre Garantie auf einen Großteil der Kapazität. In der Praxis rechnet man mit 12 bis 15 Jahren. Danach kann ein neuer Speicher an die bestehende Anlage angeschlossen werden.

Wie sich Speicher und Anlage zusammen rechnen, steht im Beitrag Was kostet eine Solaranlage 2026?

Was oft gefragt wird

Fällt auf den Speicher Mehrwertsteuer an?
Nein. Wird er zusammen mit oder für eine Solaranlage auf einem Wohnhaus gekauft, gilt wie für die Anlage ein Steuersatz von 0 Prozent.
Funktioniert der Speicher bei Stromausfall?
Nur, wenn er eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion hat. Das ist nicht bei jedem Modell Standard. Fragen Sie im Angebot gezielt danach.
Wohin kommt der Speicher?
Meist in den Keller oder Hauswirtschaftsraum. Der Raum sollte trocken und frostfrei sein, große Hitze mögen Speicher auch nicht.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: Stromspeicher für Photovoltaikanlagen
  2. § 12 Abs. 3 UStG – Nullsteuersatz auch für Speicher