Wärmepumpe und Solaranlage: Wie gut passt das zusammen?
Wie viel Heizstrom eine Solaranlage wirklich liefert, warum der Winter der Knackpunkt ist und wie Sie Anlage, Speicher und Wärmepumpe aufeinander abstimmen.
Katrin AlbersStand 26. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Eine Wärmepumpe heizt mit Strom, eine Solaranlage erzeugt Strom. Die Kombination liegt nahe, und sie lohnt sich auch. Allerdings nicht ganz so, wie viele denken: Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, die Solaranlage liefert den meisten im Sommer. Hier lesen Sie, wie viel der Heizstrom vom Dach realistisch kommt und wie Sie die beiden gut aufeinander abstimmen.
Das Winterproblem
Im Dezember liefert eine Solaranlage nur etwa ein Zehntel dessen, was sie im Juni schafft. Gleichzeitig braucht die Wärmepumpe dann am meisten Strom. Den Großteil des Heizstroms im Winter kaufen Sie also weiter aus dem Netz. In Frühjahr und Herbst sieht es anders aus: Dann reicht der Solarstrom oft für Heizung und Warmwasser zusammen.
Im Sommer heizt die Wärmepumpe nur noch Warmwasser. Das kann sie gezielt mittags tun, wenn die Sonne scheint. Viele Geräte haben dafür eine Schnittstelle, über die der Wechselrichter meldet, dass gerade Überschuss da ist.
So stimmen Sie beides ab
- Anlage größer planen: Mit Wärmepumpe steigt der Verbrauch deutlich, eine Anlage mit 10 bis 15 kWp ist dann oft sinnvoll.
- Ost-West nutzen: Module nach Osten und Westen liefern länger am Tag Strom, das passt gut zum Heizbedarf am Morgen und Abend.
- Warmwasser mittags: Die Wärmepumpe so einstellen, dass sie den Speicher bei Sonnenschein auflädt.
- Pufferspeicher statt größerem Akku: Wärme zu speichern ist günstiger als Strom zu speichern.
Eigener Wärmepumpentarif
Förderung
Für den Einbau einer Wärmepumpe in einem bestehenden Haus gibt es einen Zuschuss über die KfW, die Heizungsförderung (Programm 458). Wie hoch er ausfällt, hängt unter anderem vom alten Heizsystem und vom Haushaltseinkommen ab. Die Bedingungen werden derzeit überarbeitet. Prüfen Sie den aktuellen Stand deshalb direkt vor dem Antrag, und stellen Sie den Antrag, bevor Sie den Auftrag unterschreiben.
Die Solaranlage selbst wird nicht über einen Zuschuss gefördert. Dafür entfallen Mehrwertsteuer und in der Regel die Einkommensteuer auf den Ertrag.
Was oft gefragt wird
- Kann eine Solaranlage eine Wärmepumpe allein versorgen?
- Übers Jahr gerechnet nicht. Im Winter ist der Solarertrag zu gering. Ein Viertel bis ein Drittel des Wärmepumpenstroms vom Dach ist realistisch.
- Was soll zuerst kommen, Wärmepumpe oder Solaranlage?
- Am besten planen Sie beides zusammen, damit die Anlage groß genug wird. Wer zuerst die Solaranlage baut, sollte den späteren Mehrverbrauch schon einrechnen.
