Balkonkraftwerk: Solarstrom für Mieter
Was seit 2024 erlaubt ist, wie Sie die Zustimmung des Vermieters bekommen, was ein Balkonkraftwerk kostet und wie viel es im Jahr spart.
Andrea LorenzStand 26. Oktober 20264 Min. Lesezeit

Eine Solaranlage auf dem Dach kann nur der Eigentümer beauftragen. Wer zur Miete wohnt, kann trotzdem eigenen Strom erzeugen: mit einem Balkonkraftwerk. Das sind ein oder zwei Solarmodule mit einem kleinen Wechselrichter, die einfach in die Steckdose gesteckt werden. Seit 2024 ist das deutlich einfacher geworden.
Was erlaubt ist
Ein Balkonkraftwerk darf bis zu 800 Watt ins Hausnetz einspeisen. Die Module selbst dürfen mehr Leistung haben, bis 2.000 Watt, damit auch an trüben Tagen etwas ankommt. Anmelden müssen Sie das Gerät nur noch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, das dauert ein paar Minuten. Eine eigene Meldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig.
Haben Sie noch einen alten Stromzähler mit Drehscheibe, darf das Balkonkraftwerk trotzdem sofort in Betrieb gehen. Der Messstellenbetreiber tauscht den Zähler dann aus.
Zustimmung des Vermieters
Sie brauchen weiterhin die Erlaubnis des Vermieters, er darf sie aber nur noch aus gutem Grund verweigern, etwa wenn die Befestigung den Balkon beschädigen würde. Das gilt seit Oktober 2024 für Mietwohnungen und genauso für Eigentumswohnungen gegenüber der Eigentümergemeinschaft. Über das Wie, also Ort und Befestigung, darf der Vermieter mitreden.
Schriftlich anfragen
Was es bringt
Wie viel ein Balkonkraftwerk erzeugt, hängt stark von Ausrichtung und Schatten ab. Senkrecht am Balkongeländer nach Süden sind es grob 400 bis 700 Kilowattstunden im Jahr. Gespart wird nur, was Sie in dem Moment auch verbrauchen, etwa Kühlschrank, Router und Geräte im Standby. Den Rest gibt das Gerät ohne Vergütung ins Netz.
- Ertrag im Jahr
- ca. 600 kWh
- davon selbst genutzt
- ca. 60 %
- gesparter Netzstrom (38 ct)
- ca. 135 €/Jahr
- Preis des Sets
- ca. 500 €
- bezahlt nach etwa
- 4 Jahren
Wenn Ihnen das Haus gehört
Als Hauseigentümer lohnt sich in den meisten Fällen eine richtige Dachanlage mehr. Sie liefert ein Vielfaches und lässt sich mit Speicher kombinieren. Was das bei Ihnen bringt, zeigt der Rechner auf der Startseite.
Was oft gefragt wird
- Brauche ich einen Elektriker?
- Für ein Steckersolargerät bis 800 Watt in der Regel nicht. Es wird über eine normale Steckdose oder eine Einspeisesteckdose angeschlossen.
- Kann ich das Balkonkraftwerk beim Umzug mitnehmen?
- Ja. Melden Sie den neuen Standort im Marktstammdatenregister und fragen Sie den neuen Vermieter vorher.
