Süd, Ost-West oder Nord: Welche Dachausrichtung lohnt sich?
Wie viel Ertrag Süd-, Ost-West- und Norddächer bringen, welche Neigung ideal ist und warum Verschattung oft mehr kostet als die Himmelsrichtung.
Michael BrandtStand 29. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Ein Süddach gilt als ideal, aber auch Ost-West-Dächer und flach geneigte Norddächer tragen heute Solaranlagen, die sich rechnen. Module sind so günstig geworden, dass ein paar Prozent weniger Ertrag kaum noch ins Gewicht fallen. Hier sehen Sie, wie viel jede Ausrichtung bringt und wann ein Dach wirklich ungeeignet ist.
Wie viel jede Richtung bringt
In Deutschland erzeugt ein Kilowatt-Peak auf einem guten Süddach je nach Region etwa 950 bis 1.100 kWh im Jahr, im Norden weniger, im Süden mehr. Andere Ausrichtungen liegen darunter:
- Süd
- 100 %
- Südost oder Südwest
- ca. 95 %
- Ost oder West
- ca. 80–85 %
- Nordost oder Nordwest
- ca. 65–75 %
- Nord, flach geneigt (15°)
- ca. 65–70 %
- Nord, steil (45°)
- ca. 50 %
Die Werte sind gerundet und gelten für einen Standort in der Mitte Deutschlands. Für Ihre Adresse liefert der Rechner eine genauere Zahl.
Warum Ost-West oft gut passt
Ein Ost-West-Dach erzeugt am Morgen und am Nachmittag Strom, ein Süddach vor allem mittags. Weil viele Haushalte morgens und abends den meisten Strom brauchen, nutzen sie bei Ost-West einen größeren Teil selbst. Außerdem lassen sich auf zwei Dachseiten meist mehr Module unterbringen.
Seit neue Anlagen ohne intelligenten Zähler höchstens 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen dürfen, hat Ost-West einen weiteren Vorteil: Die Mittagsspitze ist flacher, es wird weniger Strom abgeregelt.
Norddach mit nutzen?
Die richtige Neigung
Am meisten bringt in Deutschland eine Neigung von 30 bis 35 Grad. Zwischen 20 und 50 Grad verliert ein Süddach nur wenige Prozent, die Neigung ist also selten ein Problem. Bei Ost-West-Dächern ist eine flachere Neigung sogar günstiger, weil die Module dann mehr vom Mittagslicht abbekommen.
Auf Flachdächern werden die Module aufgeständert. Meist wählt man eine flache Ost-West-Aufständerung mit etwa 10 bis 15 Grad: Sie bringt pro Modul etwas weniger, dafür passen deutlich mehr Module aufs Dach, und die Anlage ist weniger windanfällig.
Verschattung: der größere Faktor
Ein Schornstein, eine Gaube oder ein Baum, der ab dem Nachmittag Schatten wirft, kann mehr kosten als eine ungünstige Richtung. Moderne Anlagen gleichen das teilweise aus, etwa mit Leistungsoptimierern an den betroffenen Modulen. Lassen Sie den Schattenwurf bei der Besichtigung ausdrücklich prüfen und in der Ertragsprognose berücksichtigen.
Worauf Sie bei Angeboten und Prognosen achten sollten, steht im Beitrag Solaranlage-Angebote vergleichen.
Was oft gefragt wird
- Lohnt sich Photovoltaik auf einem Ost-West-Dach?
- Ja. Ein Ost-West-Dach bringt etwa 80 bis 85 Prozent des Ertrags eines Süddachs, oft passen aber mehr Module darauf, und der Strom fällt passender zum Verbrauch an.
- Kann man auf ein Norddach eine Solaranlage bauen?
- Bei flacher Neigung um 15 Grad ja, dann sind noch etwa zwei Drittel des Süd-Ertrags möglich. Steile Norddächer lohnen sich meist nicht.
- Welche Dachneigung ist ideal?
- 30 bis 35 Grad für ein Süddach. Zwischen 20 und 50 Grad sind die Verluste aber gering.
