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Solaranlage-Angebote vergleichen: Darauf kommt es an

Preis pro kWp richtig rechnen, welche Posten im Angebot stehen müssen, wie Sie die Ertragsprognose prüfen und woran Sie unseriöse Angebote erkennen.

Michael BrandtStand 29. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Berater zeigt einer Hausbesitzerin am Küchentisch eine Stelle in den aufgeschlagenen Angebotsunterlagen

Zwei Angebote für dieselbe Solaranlage können mehrere tausend Euro auseinanderliegen, und das teurere ist nicht automatisch das bessere. Oft fehlen im günstigen Angebot Posten, die später nachberechnet werden, oder die Ertragsprognose ist geschönt. Mit dieser Liste vergleichen Sie Angebote so, dass am Ende wirklich dieselbe Leistung nebeneinandersteht.

Den Preis pro kWp ausrechnen

Teilen Sie den Gesamtpreis der Anlage ohne Speicher durch die Leistung in Kilowatt-Peak. So lassen sich Anlagen unterschiedlicher Größe vergleichen. Für ein Einfamilienhaus liegen faire Preise 2026 meist bei 1.300 bis 1.800 Euro pro kWp, bei kleinen Anlagen oder schwierigen Dächern auch darüber.

Beispiel: zwei Angebote für dasselbe Dach
Angebot A: 9,6 kWp für 14.400 €
1.500 €/kWp
Angebot B: 8,8 kWp für 11.900 €
1.352 €/kWp
in B nicht enthalten: Gerüst, Zählerschrank
ca. 2.500–3.500 €
Angebot B vollständig
ca. 1.650–1.750 €/kWp

Der Speicher wird getrennt betrachtet. Hier zählt der Preis pro Kilowattstunde nutzbarer Kapazität, Sie finden ihn im Datenblatt. Mehr dazu im Beitrag Lohnt sich ein Stromspeicher?

Diese Posten müssen enthalten sein

  • Module mit Hersteller, Typ, Leistung je Modul und Anzahl
  • Wechselrichter mit Hersteller und Typ, bei Speicher auch, ob er hybridfähig ist
  • Unterkonstruktion passend zu Ihrer Dacheindeckung
  • Gerüst beziehungsweise Absturzsicherung
  • Elektroinstallation: Leitungen vom Dach bis zum Zählerschrank, Überspannungsschutz
  • Zählerschrank: ob er so bleiben kann oder umgebaut werden muss, mit Preis
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und Eintrag im Marktstammdatenregister
  • Inbetriebnahme mit Protokoll und Einweisung

Formulierungen wie „nach Aufwand“ nachfragen

Steht bei einem Posten „nach Aufwand“ oder „falls erforderlich“, lassen Sie sich eine Obergrenze nennen. Gerade der Zählerschrank kostet schnell 1.500 bis 3.000 Euro extra.

Module, Wechselrichter, Garantien

Die meisten Module am Markt sind solide. Wichtiger als die Marke sind zwei Garantien, die im Angebot oder Datenblatt stehen sollten:

  • Produktgarantie auf Material und Verarbeitung, gut sind 15 bis 25 Jahre.
  • Leistungsgarantie, etwa 80 bis 87 Prozent der Leistung nach 25 oder 30 Jahren.

Auf den Wechselrichter gibt es meist 5 bis 10 Jahre Garantie, manchmal gegen Aufpreis länger. Er ist das Bauteil, das am ehesten ausfällt. Fragen Sie außerdem, wer bei einem Defekt kommt: der Betrieb selbst oder eine Hotline des Herstellers.

Die Ertragsprognose prüfen

Viele Angebote enthalten eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Sie ist nur so gut wie ihre Annahmen. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Ertrag pro kWp: In Deutschland sind 850 bis 1.100 kWh im Jahr realistisch, je nach Region und Ausrichtung.
  • Eigenverbrauch: Ohne Speicher nutzen Haushalte meist ein Viertel bis ein Drittel ihres Solarstroms selbst. Deutlich mehr ist ohne Speicher kaum zu schaffen.
  • Strompreis-Steigerung: Rechnet die Prognose mit 4 oder 5 Prozent im Jahr, sieht jede Anlage gut aus. Vorsichtiger sind 1 bis 2 Prozent.
  • Einspeisevergütung: Für Anlagen, die erst 2027 in Betrieb gehen, soll die feste Vergütung wegfallen. Rechnet das Angebot trotzdem mit 20 Jahren Vergütung, fragen Sie nach.

Zum letzten Punkt steht mehr im Beitrag Einspeisevergütung 2026 und was sich 2027 ändert.

Zahlungsplan und Termin

Ein seriöser Betrieb verlangt keine volle Vorkasse. Üblich ist eine Anzahlung von höchstens einem Drittel, der Rest nach Montage und Inbetriebnahme. Lassen Sie im Vertrag festhalten:

  • bis wann die Anlage montiert und in Betrieb genommen wird,
  • was passiert, wenn dieser Termin nicht gehalten wird,
  • dass die Zahlung erst nach Inbetriebnahme und Übergabe der Unterlagen fällig wird.

Warnzeichen

  • Druck zur schnellen Unterschrift, etwa mit einem Rabatt nur bis heute
  • Angebot ohne Besichtigung, nur nach Luftbild
  • keine Angaben zu Hersteller und Typ der Module und des Wechselrichters
  • Prognosen, die eine Amortisation nach fünf oder sechs Jahren versprechen

Haben Sie an der Haustür oder am Telefon unterschrieben, können Sie den Vertrag in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen.

Was oft gefragt wird

Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Zwei bis drei. Mehr bringt selten einen besseren Preis, macht den Vergleich aber unübersichtlich.
Was ist ein guter Preis pro kWp?
Für ein Einfamilienhaus ohne Speicher meist 1.300 bis 1.800 Euro pro kWp inklusive Montage, Gerüst und Anmeldung. Kleine Anlagen und aufwendige Dächer liegen darüber.
Muss auf dem Angebot Mehrwertsteuer stehen?
Nein. Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohnhäusern gilt ein Steuersatz von 0 Prozent, auch für Speicher und Montage.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: Photovoltaik-Angebote prüfen
  2. § 312g BGB – Widerrufsrecht bei Haustür- und Fernabsatzverträgen
  3. § 12 Abs. 3 UStG – Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen