Ab wann rechnet sich eine Solaranlage?
So berechnen Sie die Amortisation einer Photovoltaikanlage: Rechenweg, Beispiel mit und ohne Wärmepumpe und was die Zeit bis zur Rendite verkürzt.
Daniel VogtStand 29. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Ob sich eine Solaranlage lohnt, entscheidet eine einfache Frage: Wie viele Jahre dauert es, bis die Ersparnis den Kaufpreis eingespielt hat? Bei einem Einfamilienhaus sind das meist 10 bis 15 Jahre. Die Anlage hält 25 bis 30 Jahre, danach ist jede Kilowattstunde Gewinn. Hier sehen Sie, wie die Rechnung geht und an welchen Stellschrauben Sie drehen können.
So wird gerechnet
Die Rechnung hat drei Teile:
- Ersparnis durch Eigenverbrauch: selbst genutzte Kilowattstunden mal Strompreis
- Einnahmen aus der Einspeisung: eingespeiste Kilowattstunden mal Vergütungssatz
- laufende Kosten: Versicherung, Wartung und Rücklage für den Wechselrichter, zusammen etwa 1 bis 1,5 Prozent des Kaufpreises im Jahr
Kaufpreis geteilt durch den jährlichen Überschuss ergibt die Jahre bis zur Amortisation.
Ein Beispiel
Eine Familie verbraucht 4.500 kWh Strom im Jahr und lässt 9 kWp aufs Dach bauen. Die Anlage erzeugt in Mitteldeutschland etwa 8.500 kWh im Jahr. Wir rechnen ohne Strompreissteigerung, damit das Ergebnis nicht zu optimistisch ausfällt.
- selbst genutzt: 1.500 kWh × 38 ct
- 570 €
- eingespeist: 7.000 kWh × 7,70 ct
- 539 €
- laufende Kosten
- − 170 €
- Überschuss pro Jahr
- 939 €
- bezahlt nach etwa
- 15 Jahren
- selbst genutzt: 2.600 kWh × 38 ct
- 988 €
- eingespeist: 5.900 kWh × 7,70 ct
- 454 €
- laufende Kosten
- − 170 €
- Überschuss pro Jahr
- 1.272 €
- bezahlt nach etwa
- 11 Jahren
Steigt der Strompreis im Schnitt um 2 Prozent im Jahr, verkürzt sich die Zeit jeweils um ein bis zwei Jahre. Wie gut Solarstrom und Wärmepumpe zusammenpassen, steht im Beitrag Wärmepumpe und Solaranlage.
Was die Amortisation verkürzt
- Hoher Verbrauch tagsüber: Homeoffice, Wärmepumpe, Waschmaschine und Spülmaschine in der Mittagszeit.
- E-Auto: Wer zu Hause tagsüber lädt, nutzt große Mengen Solarstrom selbst.
- Gute Ausrichtung: Ein Süddach bringt bis zu einem Fünftel mehr als ein Ost-West-Dach, siehe Welche Dachausrichtung lohnt sich?
- Fairer Preis: 2.000 Euro weniger beim Kauf bringen schnell zwei Jahre.
Und mit Speicher?
Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber selbst 3.500 bis 6.000 Euro. Er verlängert die Amortisation der gesamten Anlage deshalb oft leicht, auch wenn er die jährliche Ersparnis erhöht. Lohnend wird er vor allem bei hohem Verbrauch am Abend. Die Rechnung dazu steht im Beitrag Lohnt sich ein Stromspeicher?
Was sich 2027 ändern könnte
Nach dem Entwurf zum EEG 2027 sollen neue Anlagen unter 25 kWp ab Januar keine feste Einspeisevergütung über 20 Jahre mehr bekommen. Im Beispiel oben fiele damit nach einer Übergangszeit ein Großteil der 539 Euro Einspeiseerlös weg. Die Amortisation würde sich um einige Jahre verlängern, Eigenverbrauch würde noch wichtiger.
Stand: 29. Oktober 2026
Was oft gefragt wird
- Nach wie vielen Jahren hat sich eine Solaranlage amortisiert?
- Bei einem Einfamilienhaus meist nach 10 bis 15 Jahren. Mit hohem Eigenverbrauch, etwa durch Wärmepumpe oder E-Auto, auch früher.
- Wie lange hält eine Solaranlage?
- Module halten 25 bis 30 Jahre und länger. Der Wechselrichter muss nach 10 bis 15 Jahren meist einmal getauscht werden.
- Lohnt sich eine Solaranlage noch für ältere Menschen?
- Oft ja. Die Anlage steigert den Wert des Hauses und senkt die Stromkosten ab dem ersten Tag. Wer das Haus vererbt oder verkauft, gibt die Anlage mit.
